Dienstag, Oktober 04, 2016

Ein kurzer Stop in Lancaster County, PA/Amish People

Hallo Ihr Lieben,
ab und an passiert mir das ich so denke "so - klasse du bist wieder in der Routine, jetzt läuft es" und dann passiert etwas. Diesmal hat es mich die letzten sechs Tage mit ein Magen-Darm-Virus umgehauen. Am ersten Tag dachte ich ja noch ich hätte nur zu viel gefuttert. Wollte eben vorbereitet sein für ein "amerikanisches" Oktoberfest. Dachte an viel gutes Bier und ein paar schöne Leckereien. Naja, mir war nicht nur schlecht. Das Essen dort war einfach grottenschlecht. Wirklich schlecht! Selbst unsere Amerikanischen Freunde hat es nicht geschmeckt. Also ging es einfach weiter in eine Mexikanische Tapas Bar mit Tequila, Tapas & Mexican Polka. Es muss wohl gut gewesen sein - ich habe mich nur darauf konzentriert ja nicht auf zu geben. Der Tequila Cocktail hat mir da sehr geholfen. 
Ich hatte geplant diesen Post nur nochmal auf Fehler zu überprüfen und zu posten wenn wir wieder zu Hause sind. Aber kaum daheim hatte ich Schüttelfrost usw. Nun ja, heute ist der erste Tag an dem ich wieder auf den Beinen bin. Und bevor ich gleich zum Englischunterricht gehe wollte ich noch schnell den Post von unserem noch nicht mal 24 Stunden Aufenthalt in Lancaster County, PA bei den Amish People posten (haha, habe vergessen auf "Veröffentlichen" zu drücken).
 Das ist dann aber auch wirklich der letzte Urlaubspost für dieses Jahr.

Mr.B und ich waren vor ca. vier Jahren schonmal hier. Auch diesmal sind wir im selben Hotel eingekehrt. Es ist eine alte Kork Fabrik die zu einem Hotel umgebaut wurde. Nur 10 Minuten zu Fuss hat in der zwischen Zeit eine Brauerei & Restaurant eröffnet das wir unbedingt ausprobieren mussten. Nun ja die Biere waren gewöhnungsbedürftig. Schokoladen-, Erdbeer-, Kürbisbier usw.. Das Essen war aber wirklich gut. Danach ging es an der Bar im Hotel weiter. Das witzige ist das man hier sehr viele trifft die Deutsch können. Ich meine nicht das Amish-Deutsch, das kann man ja fast nicht verstehen. 
 
 Am nächsten Morgen ging es dann erstmal zu einer Covered Bridge. Mr.B und ich finden sie einfach schön und wenn wir wissen das eine in der Nähe ist halten wir eben an oder machen einen kleinen Umweg um sie zu sehen. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt und so ist alles ziemlich grau in grau.
Naechster Stop war eine Bustour durch die Amish Gegend. Man kann recht leicht erkennen wo welche wohnen. Mal abgesehen das dort Roller in allen Größen stehen - keiner fährt ein Fahrrad - auch nicht die Erwachsenen. Ich würde ja zu gerne mal so einen Roller fahren, ich fand es als Kind immer toll. Auch nicht das jedes Haus einen Pferdestall hat und irgendwo ein schwarzer Buggy (eine Art Kutsche) steht. Das fuer mich Auffälligste ist das keine Stromleitungen zu den Häusern führen. Sie haben Gastanks am Haus und/oder benutzten Autobatterien. Ab und an findet man mittlerweile auch Häuser die Solarpanels auf dem Dach haben. Nur eben keinen Strom der durch Leitungen von Aussen ins Haus kommt. Denn der bringt das Böse aus der Englisch-Welt zu ihnen.
 Wäsche wird bei Wind und Wetter draussen an solchen Vorrichtungen getrocknet. Ich habe nach wie vor keine Ahnung wie sie das im Winter machen wenn dicker Schnee liegt und alles im Minusbereich ist?!
  
Es wurden Stops an zwei Amish Farmen gemacht. Dort konnte man Marmelade, Holz- und Stoffarbeiten kaufen. Aber auch Gemüse. Ich habe mir 18 Baby Boo's gekauft. Ich finde es immer wieder etwas befremdlich mit ihnen. Sie (die Frauen) schauen einen nicht an, sie antworten sehr leise und mit recht kurzen Sätzen. 
Das war zum Beispiel als ich meine Kürbisse gekauft hatte.
Ich: wieviel kosten die Baby Boo's?
Sie: drei       eins.
Wow, so wenig. Also schnell Mr.B gerufen. Ihm meine erste Ladung gekaufter Kürbisse gegeben und wieder rein. Diesmal war ein älterer Mann an der Kasse.
Ich: wieviel kosten die Baby Boo's?
Er: Sie bekommen drei für einen Dollar. Wollen sie eine Tüte? Wollen sie nicht noch einen? Dann sind es Neun! Sie können sich ihn beim rausgehen nehmen.
Wünsche ihnen noch einen schönen Tag."
Was für ein Unterschied.
 
Als nächstes stand die Besichtigung einer aufgegeben Amish Farm an. Sie wurde von einer Organisation gekauft die sie zu einem Museum gemacht hat. Natürlich wurde sie ein bisschen umgebaut. So hat sie jetzt Steckdosen,  Heizung und Licht an wichtigen Punkten im Haus. Das Licht war aber beim Rundgang durchs Haus aus damit wir ein besseres Gefühl bekämen. Wie überall konnte man auch hier Souvenirs kaufen. Mich hatte so ein grosser Strohhut, den die Amish Männer im Sommer immer tragen, schon gereizt  - aber Mr.B meinte nur das ich doch schon beim letztenmal den Kinderhut gekauft hätte und das würde doch reichen. 
Ich finde die Kleidung der Frauen immer wieder faszinierend. Sie dürfen keine Knöpfe, Haken oder Reisverschlüsse haben. Kinderkleidung werden mit Sicherheitsnadeln gehalten. Irgendwann, so wenn sie 16 Jahre alt sind, verschwinden sie ganz und werden durch Stecknadeln ersetzt. Ich mag mir das kaum vorstellen. Eine Bluse oder Rock mit einer Stecknadel zu halten!!!
Das trifft natürlich nicht auf die Männer zu. Sie haben Knöpfe an den Hosen und Hemden. Jedoch nicht an der Jacke. Diese hat auch keinen Kragen oder Taschen aussen. 
In der Aussenanlage befandensich verschiedene Gebäude. 
Zum Beispiel hier der Eingang zur Schmiede.
  Oder hier ein Stall in dem Tabak, den sie selber anbauen, getrocknet und weiter verarbeitet wird.
Oder aber Stallungen für Traktoren und andere farmbezogene Geräte. Angeblich benutzten sie keine Reifen wie wir. Nur aus Holz oder Metall - aber das vergesse ich immer nach zusehen.
Ausserdem gab es noch Stallungen für Maultiere (für die Arbeit auf dem Feld),  Pferde für die Buggies (überwiegend Rennpferde die durch Alter, Krankheit etc. keine Rennen mehr laufen werden oft von den Amish dafür gekauft), Schweine, Ziegen, Lamas usw. 
Mittlerweile war es draussen nicht mehr nur Grau sondern es regnete auch ohne Unterbrechung. Wir waren alle müde und hatten noch eine vierstündige Autofahrt vor uns. So entschlossen wir uns nicht weiter hier herum zufahren. Eigentlich Schade denn ich hätte unserem Besuch gerne noch mehr von dieser Gegend gezeigt. 
Wenn ihr noch mehr Fotos von dieser Gegend sehen wollt, könnt ihr das unter meinen Post  vom October 2012.
Bis bald,

Kommentare:

  1. ein weitergeleiteter Kommentar von meiner Mama:

    Liebe Ella,

    wieder was dazugelernt. Ich hab bis dato nicht gewußt was Amish People sind. Herr Google hat kräftig mitgearbeitet und nun weiß ich darüber gut Bescheid. Danke für den Post und die vielen Bilder, sehr interessant für Daheimgebliebene. Ich freue mich immer darüber, sozusagen aus erster Hand, informiert zu werden, denn das ist verständlicher, als sich über Bücher o.ä. schlau zu machen. Du berichtest ja dann noch privat über den Tripp selbst und wie es Dich Du Arme mal wieder gesundheitlich erwischt hat. Ich erinnere mich noch gut an Deinen Aufenthalt in Köln, da hatte es Dich auch so schrecklich erwischt. Übern großen Teich ❤️liche Grüße von der Helga
    Schön, dass Dir meine Lupinenhilfe gefallen hat. Wenn sie nicht gedeihen, hat das was mit dem Boden zu tun, er muß mager sein, braucht keine Pflege und keinen Dünger. Wir peppeln und hegen unsere Pflanzen zu viel. Wasser ja, Regen genügt auch, aber nur wenn er denn fällt.

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  2. Liebe Ella,

    so da bin ich wieder und habe ganz in Ruhe Deinen interessanten Post gelesen. Das ist eine ganz andere Welt wie ich finde und kaum vorstellbar für uns, oder ? Wie gut, dass Du die kleinen Baby Boos entdeckt hast. Ich hoffe Du bist mittlerweile wieder wohlauf, hier ist es kalt und die Erkältungszeit beginnt :-(, leider!

    Liebe Grüße
    Kerstin

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  3. Liebe Ella,
    tolle Bilder hast du uns mitgebracht.Ich dachte immer, dass alle Amish mit der Pferdekutsche unterwegs sind.So eine Amish-Farm würde ich gerne mal in Wirklichkeit sehen.
    Ganz liebe Grüße,
    Christine

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